2016
21. Symposium on Privacy and Security
Mittwoch, 31. August 2016, PH Zürich, LAD 120, Lagerstrasse 5, Zürich
 

Welchen Datenschutz braucht die digitale Schweiz?

Die Bedeutung der Reformen des Datenschutzrechts für die Praxis und als Wegweiser für die Zukunft

Alles spricht von der EU-Datenschutzreform und der modernisierten Europarats-Datenschutzkonvention: ein reiches Paket an neuen Regeln für Datenbearbeiter, an neuen Rechten für die Personen, über die Daten bearbeitet werden, und an Aufgaben und Instrumenten der Aufsichtsbehörden. Welche Regeln gelten neu in den EU-Mitgliedstaaten? Welche Regeln gelten für Schweizer Unternehmen, die in der EU tätig sind?

Gespannt warten die Schweizer Unternehmen, Verwaltungen und die Bürgerinnen und Bürger auch darauf, wie der Bundesrat die neuen Anforderungen umzusetzen gedenkt. Die einen hoffen auf einen Schub in Richtung eines wirksameren Schutzes der Rechte der betroffenen Personen – andere betonen, es bestehe kein Handlungsbedarf. Die einen fordern, dass der Bundesrat mit durchsetzbaren Ansprüchen ihre Position gegenüber übermächtigen Datenbearbeitern stärkt – andere leben gut mit den bisherigen Regelungen und befürchten Einschränkungen in ihrem Spielraum. Die einen sind angewiesen auf ein Datenschutzniveau, dem die EU-Kommission Angemessenheit attestiert – die anderen warnen vor dem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit und prophezeien, dass die EU-Kommission es nicht wagen wird, das schweizerische Datenschutzniveau als nicht angemessen zu beurteilen.
Das diesjährige Symposium on Privacy and Security wählt einen anderen Weg. DS SPS 2016 wirft auch einen Blick auf die modernisierten Regelungen der EU und des Europarates. Wir fragen uns aber auch, wie die neuen Regeln, z.B. die technischen Anforderungen, umsetzbar sind und ob sie einen besseren Datenschutz garantieren. Aber dann soll die Frage im Mittelpunkt stehen, welchen Datenschutz die digitale Schweiz eigentlich braucht.

Diese Frage soll aus unterschiedlichem Blickwinkel beantwortet werden:

  • aus dem Blickwinkel der Wirtschaft,
  • aus den Blickwinkel der Konsumentinnen und Konsumenten,
  • aus dem Blickwinkel der Vereinigung «Digitale Gesellschaft»,
  • aus dem Blickwinkel der Datenschutzaufsicht und schliesslich
  • aus dem Blickwinkel der digitalen Wirtschaft, also der Unternehmen, die ihre Dienstleistungen im digitalen Bereich in der Schweiz und im europäischen Ausland anbieten.

 

Zielpublikum

Das Symposium sucht Lösungsansätze und Antworten auf aktuelle Herausforderungen für Datenschutz und Informationssicherheit und gibt Denkanstösse zur Entwicklung in den nächsten Jahren. Es richtet sich deshalb an alle, welche mit der Umsetzung von Datenschutz und/oder Informationssicherheit zu tun haben oder sich gezielt weiterbilden wollen. Insbesondere sind Entscheidungsträger(innen), Projektverantwortliche und Fachpersonen in den Bereichen Compliance, Informatik, Recht, Risk Management, Human Resources, Marketing und Beratung sowie IT- und Datenschutzverantwortliche aus der Privatwirtschaft, der öffentlichen Verwaltung und der Politik angesprochen.

Programm 21. Symposium

08:30 – 12:50

Vormittagsprogramm

Begrüssung durch die Organisatoren

Eröffnung
Rolf Steiner, Präsident des Kantonsrates des Kantons Zürich

Einführung in das Thema
Bruno Baeriswyl / Beat Rudin
Der Bundesrat hat versprochen, der Datenschutz in der Schweiz solle gestärkt werden – ein kurzer Blick auf die drei «Geburtshelfer» der Schweizer Datenschutzreform.

Neue Regelungen und Konzepte in der EU-Datenschutz-Grundverordnung
Kai von Lewinski, Prof. Dr. iur., Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Medien- und Informationsrecht, Universität Passau, Passau, Deutschland
Die EU hat vor allem mit der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) das europäische Datenschutzrecht novelliert. Welche Abschiede sind zu nehmen? Welche Änderungen gibt es gegenüber dem bisherigen Recht? Wie funktioniert die neue Aufsichtsstruktur? Wie geht es weiter mit dem EU-Datenschutz?

Europas Datenschutzreformen und ihre Auswirkungen auf den privatrechtlichen Datenschutz in der Schweiz
Bruno Baeriswyl, Dr. iur., Datenschutzbeauftragter des Kantons Zürich, Präsident des Stiftungsrates der Stiftung für Datenschutz und Informationssicherheit, Zürich
Die Datenschutzkonvention des Europarats wird auch für die Schweiz gelten – die Datenschutz-Grundverordnung der EU strahlt auch auf die Schweiz aus. Beide verlangen Anpassungen des Schweizer Datenschutzgesetzes. Was ist zu erhoffen – was ist zu befürchten?

Europas Datenschutzreformen und ihre Auswirkungen auf den öffentlichrechtlichen Datenschutz in der Schweiz
Beat Rudin, Prof. Dr. iur., Advokat, Datenschutzbeauftragter des Kantons Basel-Stadt, Titularprofessor an der Universität Basel, Präsident von privatim, Basel
Die EU-Datenschutz-Richtlinie für den polizeilichen und justiziellen Bereich stand bisher wenig im Fokus der Aufmerksamkeit. Doch sie hat – wie auch die modernisierte Europarats-Konvention – erhebliche Auswirkungen auf die Schweizer Datenschutzgesetzgebung im öffentlichrechtlichen Bereich. Was bedeutet das für Bund und Kantone?

Die technikbezogenen Datenschutz-Grundverordnungs-Bestimmungen: Bedeutung und Umsetzung in der Praxis
Marc Langheinrich, Prof. Dr., Associate Professor für Computerwissenschaften, Università della Svizzera Italiana, Lugano
«Privacy by design», «Privacy by default», der Anspruch auf «Datenportabilität» oder das Recht auf «Vergessen werden» sind Kernelemente der Datenschutzgrundverordnung. Ihre technische Umsetzung in der Praxis ist aber nicht einfach und stösst an Grenzen.

12:50–14:00

Stehlunch

14:00–16:00

Nachmittagsprogramm

Paneldiskussion: Welchen Datenschutz braucht die digitale Schweiz ...

... aus der Sicht der Wirtschaft?
Marlis Henze, Dr. iur., Projektleiterin, economiesuisse, Zürich

... aus der Sicht des Konsumentenschutzes?
Sara Stalder, Geschäftsleiterin, Stiftung für Konsumentenschutz, Bern

... aus Sicht der digitalen Wirtschaft?
Franz Grüter, Nationalrat, Präsident des Verwaltungsrates, green.ch, Brugg

... aus der Sicht der Vereinigung «Digitale Gesellschaft»?
Martin Steiger, Rechtsanwalt,  Steiger Legal, Zürich

... aus der Sicht der Datenschutzaufsicht?
Adrian Lobsiger, Dr. iur., Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter, Bern

Moderation: Reto Brennwald, Fernsehjournalist, Filmemacher und Medientrainer, Zollikon

Carte blanche
Die Zukunft des Datenschutzes
Thilo Weichert, Dr. jur., Netzwerk Datenschutzexpertise, Kiel, Deutschland

Schlusswort und Apéro

Informationen

Datum: Mittwoch, 31. August 2016

Tagungsort: Pädagogische Hochschule (PH) Zürich, Gebäude LAD (Sihlhof), Lagerstrasse 5, Zürich, Hörsaal LAD 120

Konferenzsprache: deutsch

Auskunft: Beat Rudin, Telefon +41 (61) 201 16 42, symposium@privacy-security.ch

Anreise: Siehe Beschreibung unter https://phzh.ch/globalassets/phzh.ch/ueber-uns/standorte/wegbeschreibungen-campus.pdf

Unterkunft: Hotelreservation via Zürich Tourismus unter https://www.zuerich.com/de/besuchen/uebernachten-zuerich-hotel-bed-and-breakfast-hostel, hotel@zuerich.com, Telefon +41 (44) 215 40 40, Fax +41 (44) 215 40 44

Tagungsgebühr: CHF 740.00 (MWST-frei). Inbegriffen: Tagungsunterlagen, Pausengetränke, Lunch im Foyer, Jahresabonnement 2017 von digma für vollzahlende Teilnehmer(innen). Attraktive Spezialkonditionen für Mitglieder der Kooperationspartner

Rabatte: CHF 50.00 für digma-Abonnent(inn)en; 10% «Early booking-Rabatt» auf die Tagungsgebühr für Teilnehmer(innen), deren Anmeldung bis spätestens 31. Juli 2016 eingeht.

Beschränkte Teilnehmerzahl: Um den Dialog unter den Teilnehmenden zu erleichtern, ist die Platzzahl beschränkt. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt.

Annullierung: Wenn Sie an der Teilnahme verhindert sind, bitten wir Sie um Mitteilung (Kontaktdetails siehe nebenan unter «Auskunft»). Bei Abmeldung, die zwischen dem 8. und 21. August 2016 eintreffen, werden 50% der Tagungsgebühr zurückerstattet; bei späterer Abmeldung erfolgt keine Rückerstattung. Die Teilnahmeberechtigung ist übertragbar.